Montag, 19. März 2018

#59 Vom Gefühl, zu versagen.

Ich schreibe nur noch sehr wenig im Moment. Nicht, weil ich nichts zu sagen hätte. Tatsächlich fühle ich mich in den letzten Wochen unglaublich disconnected, wahnsinnig weit entfernt von meinen Freunden, meiner Umwelt. Aber aus dem selben Grund, aus dem ich kaum noch schreibe melde ich mich auch seltener und führe weniger intensive Gespräche.

Was much davon abhält, ist das stetige Gefühl, versagt zu haben. Ja, ich arbeite an mir und ja, ich löse Probleme. Aber gleichzeitig gibt es auch diese Dinge, die sich immer und immer wieder wiederholen. Und jedes Mal, wenn ich dann wieder in einem Loch versinke, jedes Mal, wenn ich wieder meinen Kampf kämpfe, jedes Mal wenn wieder die Tränen laufen, schäme ich mich. Ich schäme mich, weil ich es schon kenne. Weil ich solche Tage schon so oft überstanden habe und weil ich dennoch, obwohl ich es so oft hinbekommen habe, doch immer wieder da lande.
Meinen Freunden will ich teilweise schon gar nichts mehr davon erzählen, weil ich immer nur denke: "Joa, kennen wir schon. Du wusstest beim letzten Mal schon keinen Rat, ich wusste beim letzten Mal schon keinen Rat. Dann kann ich es ja auch gleich lassen und dich einfach nicht damit belästigen." Und genau so ist es mit dem Schreiben. Was bringt es schon, dasselbe Thema wieder und wieder aufzugreifen? Mittlerweile hat wohl jeder kapiert, dass ich nicht gut allein sein kann. Dass ich mit Eifersucht und Verlustangst zu kämpfen habe. Dass ich viel zu oft und viel zu schnell überfordert bin. Nix Neues, oder? Also warum nochmal darüber schreiben?

Ich bin frustriert, weil ich all das sehe und begreife, weil ich meine Probleme kenne und weil ich teilweise auch Lösungsansätze habe, aber trotzdem passiert es immer wieder. Ich habe dennoch immer wieder Tage, die ich einfach nur "überstehen" muss. Und ich bin es so Leid, mein Leben damit zu vergeuden, Dinge einfach nur zu überstehen. Aber egal wie sehr ich all das durchblicke, am Ende kommen diese Tage eben doch immer wieder. Und vielleicht ist es die Kunst, diesen Umstand einfach anzunehmen. Aber gerade kann ich das nicht. Das alles macht mich müde.

Kommentare:

  1. Dankeschön. Du hast in Worte gefasst, wie es auch mir immer und immer wieder geht. Gerade der Absatz über die Scham hat es für mich auf den Punkt gebracht. Ich bin auch müde.

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    1. Ich würde ja "Gerne!" sagen, aber naja ... wie gerne trifft man sich schon in diesem Gefühl wieder, hm?
      Ich hoffe jedenfalls, dass es dir vielleicht mittlerweile etwas besser geht als zu dem Zeitpunkt, als du diesen Kommentar geschrieben hast. Und so oder so wünsche ich dir ganz viel Kraft und alles Liebe!

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