Sonntag, 17. September 2017

#50 Auch schöne Wellen sind Wellen.

Um mit einer echten Phrase zu beginnen: Man lernt halt doch einfach nie aus. Und die heutige Erkenntnis war dann am Ende doch eine der beruhigenden Art. Aber da muss man ja erst mal hinkommen.

Es gibt mal wieder eine Neuerung in meinem Leben. Eine, die ich wirklich von ganzem Herzen begrüße. Und gleichzeitig ist sie eben eine Neuerung. Eine Veränderung. Wer mich schon ein Weilchen kennt oder schon ein paar Einträge von mir gelesen hat, wird ahnen, wie die Story weitergeht. Ich erzähle sie trotzdem.

Der Mann meines Herzens hat mich also gefragt, was ich davon halte, wenn er bei mir einziehen würde. Nachdem ich einen Moment lang einfach nur große Augen gemacht habe, kam die Antwort doch zügig und ohne Zweifel: Ich fände das sehr schön. Und er auch. Also zieht er bei mir ein. Wow.
Ich freue mich tierisch darüber, denn nach wie vor ist es so schön und so unkompliziert, mit ihm einfach ... zu sein. Ich feiere unser Miteinander jeden Tag, es fühlt sich einfach so gut an. Shiny. Und davon weiche ich auch nicht ab.

Zugleich greifen in solchen Situationen aber nach wie vor meine uralten Mechanismen. Ich bin eben doch viel leichter aus der Ruhe zu bringen als mir lieb ist. Denn jetzt sind eben Dinge zu tun. Platz schaffen. Raum schaffen. Aus meiner "Single-Wohnung" einen Lebensraum machen, in dem zwei sich wohl - und zu Hause - fühlen. Ich weiß, das klingt vielleicht ein wenig groß und überzogen - ich komme eben nicht raus aus meiner pathetischen Haut. Und es ist mir eben wichtig. Bisher war das hier einfach nur "meins" und jeder der kam, war in irgendeiner Form Gast - er also auch. Zusammen zu leben ist aber mehr als "einer ist beim anderen Dauergast". Also wollen Dinge organisiert und getan werden. Nur ist der Terminkalender im Moment so gut gefüllt, ich muss schauen, wo ich überhaupt irgendwas unterkriege. Und das widerspricht meinem unglaublichen Tatendrang. Am liebsten möchte ich gleich alles auf einmal erledigen - und weiß dabei dann oft gar nicht, wo ich am besten anfangen soll. Während mich also auf der einen Seite allein schon die Tatsache, dass sich gerade wieder Dinge verändern, innerlich in Schwingung versetzt, kommt dazu noch oben drauf, dass in meinem Kopf eine To Do Liste mit X Punkten wild durcheinander wirbelt. Und dann gibts eben mal wieder einen Tag wie heute, an dem ich stetig merke, dass mich da unterschwellig was beschäftigt - so lange bis ich irgendwann rausfinde, was genau da schon wieder los ist.

Diesmal war allerdings etwas komplett anders. Ich habe zwar die Anspannung wahrgenommen, aber sie hat mich nicht wirklich beunruhigt. Und dabei wäre heute ein perfekter Tag für innere Panik gewesen, viel Luft für Gedanken und Sorgen, dazu meine Hormone, die mal wieder Dinge tun. Aber Panik ist mir gerade fremd. Ich habe also gemerkt, dass da was arbeitet und habe es einfach da sein lassen. Mir war eh klar, dass es sich schon zu Wort melden wird, wenn es eben an der Zeit ist. Und so wars dann auch. Vorhin lag ich da, neben diesem wundervollen Menschen, schloss die Augen, nahm einfach nur den Moment wahr und stellte dann plötzlich lächelnd(!) fest, was mich diesmal wieder umtreibt. Das einfach annehmen zu können, es zu akzeptieren und irgendwie auch liebevoll zu betrachten ... mir selbst sagen zu können "Ach guck mal Süße, was du wieder an Kram im Kopf hast!" und dann plötzlich die Ruhe zu bemerken, die sich einstellt, wenn sich ein vollständiges und sinnhaftes Bild ergibt - ein unglaublich schönes Gefühl. Fast so schön wie die (Vor-)Freude auf alles, was da jetzt kommt. Und die ist wirklich immens. Also gebe ich ihr jetzt, da mein Gedankenwirbel sich wieder legt, ganz viel Raum, lege mich wieder an seine Seite und genieße die Schönheit des Moments.

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