Sonntag, 18. Juni 2017

#43 Wenn wir uns begegnen.

Wir bewegen uns wie Naturgewalten.
Ich die Feuersbrunst, die alles verschlingt. Die den Landstrich verödet hinter sich lässt,
suchend nach dem, der sie bezwingt.
Du der Wirbelsturm, der alles mit sich reißt, nie stillsteht, stets in Bewegung bleibt, bis dich irgendwann jemand zum stoppen bringt.
Wer kann uns bezwingen, wer kann uns stoppen und wer kann uns halten?

So ziehen wir Kreise und Bahnen und jeder lässt sich irgendwie treiben,
Felder gehen in Flammen auf und ganze Landstriche zerstieben zu Staub,
und warum sollte man auch stehen bleiben?
Warum verweilen wo einfach nichts ist? Nichts, außer Asche und Scherben.
Warum zusehen welche Schneisen man schlägt, welche Leben man auslöscht,
welche Bürde man trägt? Da ist nichts, nur endloses Sterben.

Was dann folgt, haben wir nicht kommen sehen.
Es ist Spannung, die in den Lüften liegt.
Ich kann das Kribbeln spüren, diese Anziehungskraft, die Unvorhergesehenes schafft.
Aus dem Nichts entsteht da dieses Feld, wie zwischen zwei Magneten
das uns verbindet, das jeden von uns hält,
das uns plötzlich zueinander zieht.
Und dann gibt's nur noch einen Weg zu gehen.

Gezogen von unsichtbaren Fäden und schneller als Schall und Licht,
bewegten wir uns an den einen Ort, hielten inne und verharrten.
Nur eine Hand breit, die uns trennt,
während Funken sprühen und die Luft um uns brennt,
viel zu lange mussten wir warten.
Und doch genießen wir den Moment.


Als du dich rührst, kann auch ich mich nicht halten
und was nun folgt, das ward noch nie gesehn.
Ein Kuss, der Reaktionen in Gange setzt, Kräfte, die Kerne spalten.
Ein Beben, das durch alle Adern pulsiert
Ein Zittern, das den Moment gefriert
Ein Herzschlag, der alles in Bewegung bringt
Ein Gefühl, das in all eure Herzen dringt,
wenn die Liebe den Hass zu Boden zwingt.

Ist die Spannung verklungen, ist der Nebel verraucht
kehrt die Stille zurück, brechen die Wolken auf,
und der Tag wird in goldenes Licht getaucht.
Uns wird silbernes Mondlicht die Nacht versüßen
während sich Sternschnuppen über den Himmel ergießen.
Nur du und ich und diese Licht,
und die Welt, die endlich von Frieden spricht.

Bis die Zeit uns erneut auseinandertreibt
und uns nur noch die süße Erinnerung bleibt.
Dann hält die Welt erneut den Atem an,
wenn sich Feuer und Sturm ihre Bahnen brechen,
und an dem, der uns trennt, denkt immer daran,
werden wir uns ohne Gnade rächen.
Es werden Berge versetzt, es wird Feuer regnen,
solange, bis wir uns wieder begegnen.

Kommentare:

  1. Liebe M.
    So sehr ich mich über den vorherigen Post gefreut habe, so sehr hat mich die Überschrift dieses Artikels erschreckt.
    Ich hatte eine unerklärliche Beklemmung, als ich diesen Titel las. Ich habe das Gedicht angefangen zu lesen und mein Herz fing an zu rasen, ich bekam zur Mitte der Zeilen kaum noch Luft; ich las es zu Ende und der Druck ließ nach, die Furcht wich und das Atmen stellte sich wieder ein. Ich hatte eine irrationale Angst, dich verloren zu haben obwohl ich dich ja überhaupt noch nicht gewonnen habe. Vielleicht besser von Anfang an.
    Ich mag dich sehr, vermutlich weit mehr als gut für mich ist. Ich habe dich zunächst als fröhlichen, wunderbaren, liebenswerten, weltoffenen Menschen kennen gelernt. Als mein anfängliches Bild von dir in meinem Kopf bereits geformt war, bin ich erst auf deinen Blog gestossen. Dadurch durfte ich tiefer blicken und dich aus der Ferne noch besser kennen lernen. Und mit jedem Tag wächst mein Wunsch, dir noch näher kommen zu dürfen. Aber das wird ziemlich sicher nicht passieren und ich empfinde das sogar selber als absurd, weil es gegen "allgemeine Konventionen" verstösst aber ich kann eben nichts dagegen machen, der Wunsch ist da, bleibt da und wächst immer weiter.
    Ich bin nicht der Typ Mann, der einfach locker auf eine Frau zugehen und ihr sagen kann, was er empfindet oder schlimmer, Frauen im Allgemeinen reihenweise anbaggert. Ich fühle mich selber auch eher unscheinbar und nicht gerade interessant für Frauen. Auch du wirst mich nicht so betrachten wie ich dich sehe und auch nur annähernd so für mich empfinden, wie ich für dich. Es wird sein wie es immer ist: "i'm not the guy you're taking home, i keep dancing on my own"
    Ich brauche meine Zeit um an einen Punkt zu kommen, an dem es für mich nahezu unerträglich wird, immer noch still zu bleiben und nicht alles in die Welt zu schreien. Aber die richtige Gelegenheit gibt es nur allzu selten und sollte sie mal kommen, dann verpasse ich sie sicher, meine persönliche Affinität zu Murphys Law. Ich ziehe mich dann wieder zurück in mein Schneckenhaus, setze für die Öffentlickeit meine "Alles-in-Ordnung-Grinsemaske" auf und belüge die Welt weiter wie bisher. Ich kann mich aber nicht selbst belügen also leide ich und träume von dem, was hätte sein können ohne dieses Ziel jemals erreichen zu können.
    ... ff

    AntwortenLöschen
  2. Viele deiner Posts gehen so tief und lösen in mir aus der Ferne meinen Beschützerinstinkt aus. Ich würde dir gern nah und für dich da sein, dir einen Arm reichen um zu helfen, dir meine Schulter anbieten um dich zu trösten, dich festzuhalten damit du nicht untergehst ... das alles und mehr - je nachdem, was du zulassen magst. Es macht mich traurig, von deiner gefühlten Einsamkeit zu lesen, zumal ich sie selber sehr gut kenne. Ich kann trotz ihr unter Menschen gehen und das recht gut überspielen, mit Leuten reden und lachen auch wenn mir eigentlich nicht danach ist. Meine Zauberformel dafür ist Verdrängung plus Maskerade. Ich möchte mir nichts anmerken lassen; das und mein restliches Inneres gehen keinen etwas an. Es gibt sehr seltene Ausnahmen. Es gibt Zeiten, da möchte ich über Bedeutendes und mich Bewegendes reden, nur nicht mit jedem. Bei dir habe ich das Gefühl, das du mich verstehst und das ich dir vertrauen kann. Ich weiß nicht einmal genau warum, ist einfach so. Ich treffe selten in meinem Leben derartige Personen, bei denen ich das Gefühl habe, mich komplett fallen lassen zu können, mich vorbehaltlos öffnen und mal den ganzen Seelenmüll mitteilen zu können. Prinzipiell möchte ich mit meinem Mist auch keinem auf die Nerven gehen, dann lieber brav kauen und runter schlucken. Und schon gar nicht möchte ich dich mit mehr belasten als du ohnehin bereits mit dir herumschleppst. Es ist halt nur eine Wunschvorstellung von mir, die ohnehin nicht eintreffen wird.
    Hiermit habe ich mich mal freiwillig selbst an den Pranger gestellt. Ich bin sicher, das dein Blog von Leuten gelesen wird, die auch mich kennen und mit dem Absenden dieses Kommentars mache ich mich selbst nun angreifbar und äußerst verwundbar. Ich schätze mal, die Scham wird sich später bei mir einstellen aber für den Moment fühle ich mich mutig genug, das hier abzuschicken. Diese ganze Situation hat so sehr an mir genagt und tut es noch, das ich das Gefühl habe, es frißt mich von innen auf und zerreisst mich, wenn ich es nicht loswerden kann. Die Hoffnung, das da doch noch irgendetwas kommen muß für mich im Leben bleibt allerdings bestehen.
    Ich hoffe, ich habe mit meinem Geseier deinen Blog nicht beschmutzt aber ich finde zur Zeit keine andere Lösung um mich dir mitzuteilen. Mein letzter Rest Feigheit lässt es mich anonym abschicken. Aber für mich fühlt es sich in diesem Augenblick richtig an.
    Eines noch zum Abschluß: Nichts liegt mir ferner, als dich belästigen zu wollen. Solltest du diesen Kommentar auch nur als unangenehm empfinden, dann lösch ihn bitte und teile es mir mit deinem eigenen Kommentar mit und ich werde mich bedingungslos zurück ziehen, dich fortan in Ruhe lassen und es wird von mir nicht mehr zur Sprache kommen. Mein Versprechen an dich.
    Und jetzt ist die Beklemmung wieder da und der Kloß sitzt fest im Hals. Egal, Enter ...

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Lieber anonymer Schreiber,
      bitte sei dir in jedem Fall versichert, dass ich nicht im geringsten das Gefühl habe, dass es sich bei deinen Kommentaren um "Geseier" handelt oder, dass es meinen Blog "beschmutzt".
      Ich bin gerührt und fühle mich auch ziemlich geehrt - und vor allem finde ich es mutig, dass du "Enter" gedrückt hast, gerade wenn das für dich eigentlich eine ziemliche Überwindung gewesen sein muss.
      Ich fühle mich nicht belästigt und ich halte es auch nicht für "feige", dass du dich in Anonymität hüllst. Jeder muss so weit gehen, wie es sich gut für ihn anfühlt. Das hast du getan. Wem stünde es denn bitte zu, darüber zu urteilen? Meines Erachtens nach verurteilst du dich wohl selbst schon mehr, als es alle anderen zusammen tun könnten.
      Bitte schäme dich nicht für deine Worte und auch nicht für das, was du fühlst! Du hast jedes Recht darauf! Überdenke nur nochmal, ob und inwieweit du mich wirklich "gewinnen" willst oder musst. Ich kenne viele Menschen und ich bin vielen auf ganz unterschiedliche Arten und Weisen nahe - vielleicht findest du für dich eine Art und Weise, auf die du mir nahe sein kannst, ohne dass es gegen Konventionen verstößt oder schmerzhaft ist und die auch für mich passt?
      Ich kann dir nur danken, für deine offenen Worte. Und auch für deine Sorge um mich. Sei dir versichert, dass ich zurecht komme. Bisher habe ich das immer hinbekommen und das werde ich auch in Zukunft.
      Falls du irgendwann das Gefühl hast, dass du mich doch in einer Form darauf ansprechen kannst, die keine Anonymität mehr beinhaltet, tu es einfach. Ich bin weder gnadenlos noch bösartig. Ich kann nur nichts versprechen. Aber das ist dir bewusst, davon gehe ich aus.
      Liebe Grüße,
      M.

      Löschen
  3. Lass dir nicht von den allen sentimentalen Weichei.... etwas vorgaukeln.
    So wie ich aus deinen bisherigen Beiträgen herauslesen kann,hast du bis jetzt nicht herausgefunden,was "normales Leben heißt.
    1.Liebe,Vertrauen,Familie
    2.Liebe,Vertrauen,Familie
    3.Liebe Vertrauen Familie

    Was willst du eigentlich?

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Lieber anonymer Schreiber,

      zunächst möchte ich gerne klarstellen, dass es das Wort "Weichei" in meinem Sprachgebrauch nicht gibt. Dieses Wort unterstellt, dass man schwach ist, wenn man viele Gefühle zeigt. Ich halte das für schwachsinnig und bin der Meinung, dass Menschen allgemein viel öfter ihre Gefühle zeigen und offen kommunizieren sollten. Tatsächlich erfordert es sehr oft sehr viel Mut sich zu öffnen. Und wer das tut, beweist Stärke.

      Weiterhin bin ich mir noch nicht ganz sicher, wer denn diese von dir benannten Leute sein sollen, die mir "etwas vorgaukeln". Und was genau gaukeln die mir vor? Ich stehe vor einem Rätsel.

      Was "normales" Leben heißt? Ich denke nicht, dass es überhaupt "normales Leben" gibt. Jeder von uns definiert "normal" für sich doch komplett anders, kaum ein Begriff könnte subjektiver definiert sein.
      Ich kann dir mal sagen, was ich lange Zeit für "normal" hielt: "Schule, Ausbildung, Job. Verlieben, zusammenziehen, heiraten, Haus, Hund und Kinder." Das hielt ich für normal. Klingt ja auch erst mal ganz solide, oder? Das Problem daran ist, dass mein Leben nicht so verläuft. Viele Menschen sind so gradlinig. Mein Leben verläuft in Wellen - und manche davon verstehe ich nach wie vor nicht so ganz. Ich habe mir schon einen Haufen Ziele gesetzt in meinem Leben und habe dann oft festgestellt, dass ich vieles nur angehe, weil ich denke, dass ich "so sein müsste", dabei aber gar nicht weiß, ob ich das eigentlich wirklich will. Daher ist die Frage "Was willst du eigentlich?" absolut berechtigt. Die Antwort lautet: Herausfinden, was ich will. Genau daran arbeite ich gerade, sehr hart sogar. Und manches entschlüsselt sich auch so langsam. Aber ich weiß auch, dass da noch viele Wellen kommen. Das ist kein Spaziergang und kein Ponyhof und ich bin auch nicht in der Lage, mein gesamtes Dasein in drei Begriffe zu verpacken. "Liebe, Vertrauen, Familie." Wenn du wüsstest, wie viel Zwiespalt in jedem dieser Begriffe für mich steckt. Es mag sein, dass viele Menschen damit nur Gutes verknüpfen - für mich steht da noch ganz viel Anderes dahinter. Und auch daran arbeite ich, ebenfalls sehr hart.

      Es freut mich für dich, dass du dein Leben und seinen Sinn scheinbar ganz gut definieren kannst. Ich hoffe, ich finde irgendwann meine ganz eigene Definition.

      Liebe Grüße,
      M.

      Löschen