Montag, 27. Februar 2017

#35 Whose Shit is that?

Manchmal verliert man sich über Wochen hinweg selbst. Einfach so. Irgendwann holt einen irgendwo eine Welle ab, die sich ganz sanft anbahnt. So richtig merkt man es nicht. Und irgendwann ist man plötzlich unter Wasser, strampelt und schnappt nach Luft, weil man einfach so überrollt wurde.

Mich hats richtig überrollt in der letzten Woche. Und wie immer hatte das gute und schlechte Seiten. Ich habe viel über mich gelernt und darüber, dass meine Ängste mich noch immer hinterrücks einnehmen können, wenn ich nicht achtsam mit mir umgehe. Ich habe neue Ansichten auf mich vor Augen geführt bekommen, die mich überrascht haben - positiv und negativ. Und ich habe wieder gesehen, dass man einfach nicht so hart fällt, wenn man Freunde hat. Manchmal rechnet man gar nicht damit, wer da plötzlich die richtigen Worte im richtigen Augenblick findet.

Am Ende war es eigentlich vor allem eine Frage, die mich irgendwie mit einem Ruck aus dem Wasser zog: Wessen Shit ist das eigentlich?
Und dann stellst du fest, dass du dich seit Wochen mit dem Business anderer Leute befasst und dabei dein eigenes vollkommen aus den Augen verloren hast. Dass du mal wieder so damit beschäftigt warst, es anderen Recht machen zu wollen, dass du komplett vergessen hast, wie eigentlich dein eigener Weg ausgesehen hätte. Und dass du dabei so sehr alles richtig machen wolltest, dass es vielleicht sogar an den eigentlichen Interessen der Anderen vorbeigegangen wäre, für die du das doch eigentlich machen wolltest.

Es ist keinem geholfen, wenn man von Angst geleiteten Zielen folgt. Es ist auch keinem geholfen, wenn man sich selbst vollkommen vernachlässigt. Und am Ende ist auch keinem geholfen, wenn man schweigt, weil man denkt, dass es sich so gehört. So richtig neu ist das alles nicht. Aber manchmal verliert man solche Dinge aus den Augen.
Wenn man sich verrennt, nicht mehr weiß wo oben und unten ist, die Orientierung verloren hat - dann sind gute Freunde oft die Wegweiser, die dir eine Idee davon zurückgeben, wo du eigentlich hin wolltest.

Ich stelle fest, dass ich oft Danke sage in letzter Zeit und auch heute will ich das wieder tun. Viele liebe Menschen sind in den letzten Wochen mit mir in die Achterbahn gestiegen, haben mit mir gelacht, mich getröstet, mit mir geflucht, erörtert, diskutiert, gefeiert, gelebt. Und ich bin jedem von euch unglaublich dankbar dafür. Heute Abend sitze ich hier mit einem Lächeln und dem Gefühl, dass ich jetzt wieder Dinge entscheiden kann. Dass ich wieder so handeln kann, wie ich es eigentlich wollte. Und dazu hat jeder von euch beigetragen.


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