Dienstag, 26. Juli 2016

#30 Show me the dark side of yours.

Heute hatte ich mal wieder die große Chance, ziemlich viele Dinge über mich zu erfahren. Zu früheren Zeiten hätte ich alles versucht, um diesen Zustand zu vermeiden und auch heute hatte ich den Gedanken an den escape-Knopf mehrfach im Hinterkopf. Aber ich bin geblieben. Hab gelitten. Mich selbst nicht leiden können. Gejammert. Geheult. Eiscreme gegessen. Und überlebt. Und am Ende stehen viele interessante Erkenntnisse. Eine davon möchte ich jetzt vorstellen.

So ziemlich mein ganzes Leben lang habe ich versucht, jegliche Konflikte und Probleme, die eine weitere Person betrafen (Partner, Freunde, Familie) mit so ziemlich jedem auf der Welt zu besprechen und zu klären - nur nicht mit der Person, die es wirklich betraf. Mein größtes Motiv für dieses Handeln war immer die Angst davor dass der Andere, wenn ich ihm von meinem Problem, meinen vermeintlichen Mängeln, meinen Sorgen, also schlichtweg von meiner eigenen Unzulänglichkeit erzähle, gehen könnte. Dass ich zu viel oder zu anstrengend sein könnte. Dass es reicht.
Ich war immer davon überzeugt, dass ich jegliches Problem mit mir allein austragen muss - und habe das dann auch getan ... bis ich geplatzt bin. Und das passierte eigentlich immer irgendwann zwangsläufig. Und wurde dann erst richtig unschön, egal ob für mich oder den anderen, meist für beide.

Heute wurde mir endlich mal richtig klar, wie wenig Sinn diese Strategie macht. Indem man wenig preisgibt, treibt man andere zunächst von sich weg. Baut Distanz auf. Und zu glauben, die anderen würden das nicht merken, ahaha. Jetzt bin ich ja nicht so sehr die Meisterin des Distanz-Haltens - und genau deswegen geht der Plan, die Dinge ohne den Anderen regeln zu wollen, in meinem Fall eh nie auf.
Also bleibt am Ende eigentlich nur eine finale Möglichkeit: Show your dark side. Sei du selbst, öffne dich, kommuniziere dein Problem, gesteh dir selbst und dem anderen ein, dass du nicht perfekt oder eben gerade auch einfach mal total am Arsch bist. Und dann suche gemeinsam mit dem Anderen eine Lösung dafür.
Das kostet Mut, manchmal Schweiß und Tränen. Es ist ein harter Schritt und man riskiert viel dabei. Aber am Ende gewinnt man.
Man gewinnt Vertrauen in sich und andere. Man lernt, wie oft die Selbstkritik, die man sich um die Ohren haut, viel zu harsch ausfällt. Man sammelt Erfahrungen. Und man stellt fest, welche Menschen es wirklich wert sind, Teil des eigenen Lebens zu sein. Denn sind wir mal ehrlich ... Wie viele Freunde, die uns und unsere Schwächen nicht ab können, brauchen wir in unserem Leben? Wie viel Sinn macht es, sich um Leute zu bemühen, die uns nicht zu schätzen wissen?

Wichtige Dinge Hand in Hand zu lösen und dabei offen, ehrlich und man selbst zu sein, gehört wohl zu den erstrebenswertesten Dingen, die ich bisher kennenlernen durfte. Hat zwar fast 28 Jahre gedauert, das so zu kapieren und meine Fehler diesbezüglich zu erkennen ... Aber am Ende feiere ich einfach nur diesen Tag dafür. Zeigt mehr von euch, ihr seid schöner als ihr glaubt! Gute Nacht :)

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