Samstag, 23. Juli 2016

#29 Ganz unten, ganz oben.

Ich habe zuvor schon einmal beschrieben, dass es eine sehr große Lücke in meinem Leben gibt. Eine Zeit, an die ich mich kaum erinnern kann. Dinge, die ich nur aus Erzählungen kenne.
Heute habe ich mich an diese Lücke auf eine Art und Weise herangewagt, die ich als waghalsig bezeichnen würde. Als risikofreudig. Vielleicht sogar übermütig. Aber ich habe es getan. Und dann ist es passiert: Ich bin gefallen. Bis nach ganz unten. Ich habe das, was ich am meisten gefürchtet habe, einfach wieder gefühlt. Es war nicht nur ein "Erinnern", es war hier und jetzt, echt und real. Es war so beängstigend, dass ich einen Moment lang dachte, ich verliere mich wieder.
Und dann habe ich mich erinnert an diesen einen Moment, vor knapp zwei Wochen. An das Gefühl, dass nichts für immer bleibt, egal wie schlimm es doch gerade ist. An die Gewissheit, dass der nächste Morgen kommt.
Ich bin nicht gerannt, ich bin noch hier. Ich bin nicht taub, ich bin noch da. Ich kann noch hören, schmecken, riechen. Vor allem riechen, mein wichtigster Sinn, mein Navigator. Und ich fühle noch.
Ich weiß nicht wie das aussehen wird, nachdem ich geschlafen habe. Ich fürchte mich ein wenig vor dem "Gefühls-Kater". Aber ich bin noch hier. Und das gibt mir dieses kleine Stück Gewissheit. Gewissheit darüber, dass ich es KANN. Und dann kehrt Ruhe ein. Ich kann es schaffen. Ich war nie freier.

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