Mittwoch, 13. Juli 2016

#28 Neues aus dem Abgrund.

Es gibt diese Tage, die fangen gut an. Die könnten eigentlich gar nicht besser anfangen. Sonne, gute Laune, tolle Erinnerungen an die letzte Nacht, freudige Erwartungen auf das was genau vor einem liegt. Ein tolles Gespräch führen, sich verstanden fühlen.

Der Punkt, an dem es sich wendet, kann nicht genau definiert werden. Eigentlich ist es kein wirklicher Punkt. Es kriecht ganz leise und schleichend von hinten den Rücken herauf, tastet sich vor. Und hüllt dich irgendwann einfach ganz ein.
Ich habe es kommen sehen. Ich habe die Spannung in meinem Körper wahrgenommen, ich habe geahnt, wie es sich anfühlen könnte, ich habe gewusst, dass etwas kommt. Und ich habe nichts getan. Ein leichtgläubiger Anflug von "Ach, das packste schon!" Und damit war es besiegelt.

Es gibt diese Tage, da ist es Angst. Die kenne ich so gut, dass ich meist doch irgendeinen Weg finde, den Tag zu bezwingen oder sonst irgendwie rumzukriegen. Es ist ein gewohntes Gefühl, es ist berechenbar. Es ist bekannt.

Dann gibt es diese Tage, da wird Angst zu Wut. Und diese Tage sind es, die mir wirklich Sorge bereiten. Ich habe heute schon ein Handy kaputt gemacht, bin in unfassbarer Geschwindigkeit durch meine Wohnung gerast und habe irgendwelchen Haushaltsscheiß erledigt und gerade eben habe ich einen einstündigen Gewaltmarsch durch den Platschregen hinter mich gebracht. Nicht einmal meine Füße schmerzen, ich finde kein Ventil.

Die Wut ist auf mich selbst gerichtet. Darauf, dass mir das immer und immer wieder passiert. Dass ich das Gefühl habe, ich werde niemals normal sein. Dass ich nicht in der Lage bin, Stop zu sagen wenn ich doch eigentlich weiß, dass ich das brauche. Ich bin so unfassbar wütend auf mich und die Welt. Darauf, dass ich nicht einfach normal sein kann (jaja, was ist schon normal?). Darauf, dass ich so viele Pläne, die mir sowas wie Sicherheit bieten sollen, auf Sand baue anstatt wirklich die Kontrolle zu behalten. Darauf, dass es gar keine Kontrolle gibt.

An dieser Stelle halte ich gerade zum ersten Mal im Tippen inne und spüre wie tieftraurig ich werde. Es gibt keine Kontrolle. Es gibt keine Sicherheit. Ich weiß das. Aber ich kann nicht anders, als daran festzuhalten. Ich frage mich, ob der Tag kommt, an dem ich es lerne.

An Tagen wie heute zählt kein Fortschritt. Da zählt nicht wie gut alles begann. Da zählt keine Vergangenheit und keine Zukunft und schon gar nicht zählt das, was man erreicht hat. Da zählt nur, dass man jetzt gerade in diesem Moment verloren ist. (Tränen ...)

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