Donnerstag, 5. Mai 2016

#23 Wofür eigentlich?

Als kurzes Vorwort für jene, die es sich nach dem letzten Post nicht vielleicht schon denken konnten: Ich habe mich getrennt.
Vor kurzem wurde ich gefragt, ob mit der Beziehung alles stimmt und ich sagte festentschlossen Ja. Mittlerweile weiß ich mal wieder, dass mein Umfeld meine Probleme oft viel früher wahrnimmt als ich das selbst hinbekomme. Also nein, es war nicht alles okay. Jetzt weiß ich das.
Ich muss, wie es aussieht, dringend mal allein sein. So richtig Single. Ich war es eigentlich nie länger als mal ein paar Wochen wirklich, dann begegnete mir immer ein Mann. Und auch wenn wir nicht zusammen waren, hatte ich dann einen guten Grund, mich eben weniger mit mir selbst als mit ihm zu beschäftigen. Diesmal will ich ganz gezielt versuchen, diese Ausflucht in die nächste Geschichte zu vermeiden und mich so gut es geht mit mir selbst auseinanderzusetzen. Das wird schwer, vielleicht wird es mir nicht gelingen ... aber ich habe es vor. Ich habe sogar schon damit begonnen.

Gestern morgen lag ich noch ein bisschen rum, nachdem der Wecker gegangen war. Ich wusste genau, was jetzt gleich vor mir liegt: Aufstehen, Bad, anziehen, Katzen füttern, Schminken, alles einpacken was ich noch so brauche und los. Und wie ich da so rumliege, schleicht sich diese Frage in meinen Kopf, die sich vielleicht viele von euch - gerade nach einer Trennung - auch schon mal gestellt haben: "Wofür eigentlich?" Wofür jetzt aufstehen, wofür ins Bad gehen, wofür anziehen? Warum das alles? Und konkreter könnte die Frage auch lauten: "Für wen eigentlich?" Denn da ist ja "keiner mehr", für den sich das jetzt lohnt.
Habt ihr den Fehler bemerkt? Ich habe diesmal tatsächlich nicht mal eine Minute gebraucht, um den Fehler in diesem Denken zu bemerken. Mein Leben wird doch nicht von einem Moment zum anderen sinnlos, nur weil sich nicht mehr alles um einen Mann dreht! Wofür? Für wen? Ganz klar: Für mich! Und nur für mich! Und das ist ganz schön schwierig, ich sags euch. Ich fühle mich wirklich ein bisschen wie ein Planet, dessen Sonne plötzlich implodiert ist. Eben war da noch eine feste Umlaufbahn, eine Spur. Jetzt ist da nix mehr außer wildem Chaos. Urwald ohne feste Pfade. Und ich soll da jetzt rausfinden?

Ich bin ziemlich froh, jetzt 4 Tage am Stück frei zu haben, denn das verschafft mir Zeit und Ruhe zum Nachdenken. Es wird schwer werden, nicht stetig vor mir selbst wegzulaufen und ich brauche dringend einen groben Plan, wie ich im Notfall wenigstens wieder zu mir zurückfinden kann.
Das intuitive Essen läuft auch so lala im Moment, ich bin einfach ganz schön durch. Aber ich versuche dennoch, es einfach mit Verständnis anzunehmen und mir die Zeit zu lassen, die ich jetzt  brauche. Ich hoffe nur, dass es nicht zu ewig dauert. Ein bisschen verloren fühle ich mich eben schon. Aber es gibt ja auch noch Freunde. Und die sind gerade echt die größte Stütze. Insbesondere eine Person, mit der ich immer nur sehr sporadischen Kontakt hatte, aber im Moment sehr viel schreibe. Sie ist mir so ähnlich, dass es hin und wieder ein bisschen gruselig ist :D aber ihre Worte sind balsam. Überhaupt ist es einfach nur schön, verstanden zu werden. Und dieses Gefühl geben mir momentan wirklich viele Menschen. So klappt das auch besser mit der Zuversicht.
At least I got my friends!

Schöne Tage euch <3!

Kommentare:

  1. "Warum das alles?", "Für wen stehe ich auf?" zwei elementare Fragen mit einer ebenso grundlegenden Antwort. Das schwierige ist dabei jedoch nicht unbedingt das finden der "richtigen" Antwort (was du meiner Meinung nach getan hast), sondern auch so zu empfinden. Mit niemanden verbringen wir so viel Zeit wie mit uns selbst, wenn man dann das Problem hat mit sich selbst nicht klarzukommen (überspitzt gesagt), muss man einen ausgleich finden.
    Gerade wenn man eine nicht unbedingt positives Selbstbild/Selbstverständnis hat, ist es häufig einfacher den Grund des "Warum" außerhalb zu suchen, für jemand anderen da zu sein, und darin dann die Antwort zu sehen, als sich mit sich selbst auseinanderzusetzen.
    Du hast ja bereits im letzten Monat von der Problematik der Einsamkeit geschrieben. Ich denke das das durchaus hier mit reinspielt. Wenn man sich selbst annimmt, sich selbst akzeptiert, dann hält man es auch besser aus eine Zeit lang allein zu sein. Gerade wenn du weißt, das da draußen Menschen sind denen du nicht egal bist, die an dich denken, es aber gerade in diesem Moment nicht zeigen. Wir fühlen uns dann allein, weil wir uns selbst dann so unerbitterlich ausgesetzt sind.
    Natürlich ist es nichts schlimmes wenn man sich nach Gesellschaft sehnt ^^ Man möchte ja auch gerne etwas Unternehmungen, mit Leuten machen die man gerne hat und die einen akzeptieren, aber es gibt hier denke ich einen Unterschied zwischen die Gesellschaft von Freunden zu genießen, und nicht allein sein können, bzw. unter der Einsamkeit zu leiden.
    Damit das besser wird ist es glaube ich wichtig, das sich selbst eben nicht nur aushält, sondern ganz gut leiden kann :) Also zieh die Laufschuhe aus und stell dich dir selbst (so wie du es jetzt ja geplant hast)- du wirst erkennen das du viel zu bieten hast und falls dir das Anfangs schwer fällt werden dir deine Freunde da sicher zur Seite stehen :)
    Viel Glück dabei und wenn du zu weiteren Erkentnissen gekommen bist (oder irgendwelche Tipps ^^) kannst du sie ja hier weitergeben :)

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    1. Klar, ich werde definitiv niederschreiben, wenn mir auf dem Weg was Interessantes begegnet.
      Wie mein Verhältnis zu mir selbst ist ... das kann ich aktuell gar nicht so richtig in Worte fassen. Ziemlich wirr, würde ich sagen. Es ist besser geworden. Während andere von Selbsthass sprechen, bin ich schon weg von dieser Heftigkeit und bin eher bei "harsche Selbstkritik", aber auch da erkenne ich aktuell wenig klare Linie. Ich weiß nur, dass es in Richtung Selbstliebe gehen darf und soll. Und dass mir das teilweise auch schon gelingt. Aber dieser Tage ist alles irgendwie schwieriger. Mir fehlen eben die Stützräder, irgendwie.

      Danke für deinen Kommentar :) Ich halte euch definitiv auf dem Laufenden.

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  2. Was auch immer Du auf dieser Reise erfährst, sei rücksichtsvoll mit Dir. ^^
    Als Meister der Ablenkung empfehle ich Dir darauf zu achten welche dieser Ablenkungen im Leben Dir nur zu leicht den Weg zur Selbsterkenntnis verstellen und damit bewusster solche Situationen einschätzen/vermeiden kannst.

    Ein bisschen Egoismus schadet nicht und muss auch sein.

    Viel Erfolg

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    1. Ja, ich bin dran, am Vermeiden der Ablenkungen. Aber es gelingt einfach auch hin und wieder nicht. Und dann oft die Frage: Was ist jetzt Ablenkung und was ist einfach nur Leben? Wo ist da ne Grenze?
      Alles noch in den Kinderschuhen, aber ich geb mir Mühe :)

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