Mittwoch, 13. April 2016

#20 Still searching for my introvert-power.

Ich bin noch immer krank, ich hab noch immer Zeit zum bloggen. Kennt ihr diese Tage, an denen ihr stundenlang wie ferngesteuert durch euer Leben wankt, weil euch irgendwas richtig beschäftigt - und ihr wisst einfach nicht, was es ist? Heute war so ein Tag. Und jetzt weiß ich auch um was es geht. Ich sags mal simpel: Ich bin einsam. Hatte erst überlegt, ob ich den Blogeintrag so nennen soll, aber wer bitte will sowas lesen? Fand ich dann selbst zu "Emo", außerdem ist das nicht der Kernpunkt der Sache. Musste ich aber auch erst mal drauf kommen.

Also okay, ich bin den ganzen Tag neben mir, weil ich scheinbar ziemlich einsam bin. Wie bin ich jetzt auf den Trichter gekommen? Gut, das ist einfach. Gestern kam ein Lied im Radio, das mich an einen guten Freund erinnert hat. Also schrieb ich ihn an. Wir tratschten ein bisschen über dies und das. Er ist letztes Jahr umgezogen, wohnt jetzt alleine. Ich hab ihn gefragt, ob er sich eingelebt hat. Er sagte ja, aber er sei manchmal .. einsam. Und damit begann also meine Story. Denn ich lebe auch allein. Und ich bin auch einsam. Nicht nur manchmal.

Mir war null klar, dass das seit gestern Vormittag in mir gearbeitet hat. Ich dachte auch erst, ich sei halt hormonell gerade bisschen panne und daher sei das sicher nix Besonderes .. ist es aber doch. Denn ich weiß schon länger um dieses Problem, doch ich schiebe es seit Monaten gekonnt weg. Vielleicht eher seit Jahren. Das hat mit Freundschaft zu tun. Und damit, dass ich eigentlich eine introvertierte Person bin (was ich auch erst seit ca. 2 Jahren wirklich weiß...). Und es hat noch mit was Anderem zu tun. Mit etwas, das ich nicht erklären kann. Aber der Reihe nach.

Freundschaften. Wenn ich mich so umschaue, dann gibts so viele Arten davon, spannend. Freundschaften unter Kollegen, Freundschaften zwischen Eltern, deren Kinder befreundet sind. Menschen, die Hobbys teilen, Nachbarn, Familie und Angehörige, Menschen die sich näher sind und Menschen die sich fern sind. Aber am Ende sind es immer Menschen, die einfach eine Verbindung haben. Ich hab auch solche Menschen. Aber selbst wenn sie nahe sind, sind sie doch irgendwie immer weit entfernt.
Mein Freundeskreis wechselt öfter als der von anderen Menschen. Kindergarten -> Grundschule -> Gymnasium. Bis dahin noch alles normal. Und dann alle paar Jahre, wenn die Klassen neu gemischt wurden. Dann irgendwann plötzlich mit dem Wechsel meiner Beziehungspartner. Und da sieht man das Elend dann schon deutlicher: Nach meiner ersten Beziehung (beendet durch ihn) hatte ich fast nur noch Fernbeziehungen (jede wurde beendet durch mich) und dazugehörige Freunde. Ich gab jedes Mal für den neuen Freund den alten Freundeskreis fast komplett auf, obwohl ich das nicht musste. Niemand hat das je verlangt. Dann nach dem Abi zog ich weg, zog wieder zurück, zog wieder weg. Und heute bin ich hier. Und all diese 27 2/3 Jahre meines Lebens haben vor allem eins gemeinsam: Ich suchte geradezu nach abwesenden Menschen. Nach Freunden in weiter Ferne, die ich vermissen konnte, die ich mir bunt und schön ausmalen konnte, die aus der Ferne perfekt wirkten. Wer zu nah war, der musste irgendwann zwangsläufig gehen.
So gut wie jeder, den ich so kenne, hat irgendwie einen, zwei, drei oder vielleicht auch viele Freunde aus Kindergarten, Schulzeit, Jugend. Von "damals". Jemanden, dem man immer nahe gestanden hat. Ich habe so jemanden nicht. Weil ichs einfach nicht kann. Ich kann auf Dauer keine Freundschaft wirklich halten, ich bin schlecht darin Freundschaften zu pflegen. Ich bin nicht ganz unfähig, aber irgendwas stimmt da nicht. Es ist auch nicht so, als gäbe es keine Menschen, die es wert wären. Und genauso bin ich jetzt auch nicht irgendein ständig mies gelaunter Grottenolm, mit dem man einfach nix zu tun haben will. Aber wie gesagt: Irgendwas stimmt da nicht. Und seit zwei Jahren kenne ich zumindest einen Faktor, der irgendwie damit zu tun hat, wenn auch nicht alleine.

Introversion. Schuld ist Susan Cain, die hat nämlich ein Buch geschrieben. Und als ich ihren Ted-Talk sah, kamen mir die Tränen, einfach nur weil ich mich plötzlich erkannte. Ich habe mein Leben lang gedacht, ich sei ein zu 100% extrovertierter Mensch. Mir wurde auch immer wieder gesagt, dass ich das sei. Und deswegen glaubte ichs noch mehr. Und als mich dann diese Erkenntnis wie ein Schlag traf, damals vor 2 - 3 Jahren, da kehrte sich mein Leben irgendwie auch komplett um. Ich war schon längere Zeit nicht mehr so viel wie früher unter Menschen gewesen und ich stellte vor allem fest, dass das Zusammensein mit anderen plötzlich richtig anstrengend für mich war. Wahrscheinlich war es das immer schon gewesen, ich habe es nur nie richtig realisiert. Naja und dann wurde es eben weniger und weniger, dass ich unter Menschen ging.  In dieser Zeit endeten zwei Beziehungen, ich verlor erneut meine Freunde. Ich war 400km weit weg von zu Hause und übrig blieben nicht mehr viele Leute. Ich weiß, das klingt unheimlich melodramatisch, aber so ist es nicht gemeint. Es ist einfach ne Tatsache. In gewissem Maße ist es nämlich noch immer so. Menschen sind anstrengend für mich. Networking im Büro ist anstrengend für mich. Es ist besser geworden, seit ich angefangen habe zu akzeptieren, dass ich nicht immer überall dabei sein muss und seit ich weiß, dass es nicht schlimm ist und keiner mir böse ist, wenn ich meine Pausen alleine verbringe. Aber es macht irgendwie auch traurig. Und jetzt kommen wir zu dem großen Fragezeichen.

?. Ab hier weiß ich nicht mehr weiter, denn es wäre ja eigentlich gar nicht so schlimm, häufig allein zu sein, wenn es das ist, was mein Wesen braucht. Aber ich stehe dennoch in einem ständigen Konflikt, denn ich will es - und gleichzeitig will ich es nicht. Gleichzeitig habe ich natürlich das Bedürfnis nach Nähe, nach Verbundenheit. Danach, dass sich jemand interessiert, jemand mal nachfragt, wie mein Tag so war. Gerade heute habe ich festgestellt, dass ich es eigentlich ganz schön arm finde, dass ich ne Woche krank daheim bin und außer meinen Nachbarn, die es halt zwangsläufig mitkriegen, einfach niemand existiert, der mal spontan vorbeikäme oder fragt, ob er/sie mir was bringen könne, ich okay sei oder was auch immer. Das ist schon traurig irgendwie. Und genau so ist es aber auch vorprogrammiert - denn wenn es darum geht, jemanden zu finden, der mir nahe ist, dann bin ich offenbar einfach nur dämlich. Ich finde immer eine Ausrede, warum ich Person X nicht anspreche, oder warum ich meine Zeit jetzt nicht mit Person Y verbringe. Ich bin fast immer darauf angewiesen, dass andere mich ansprechen, denn ich von mir aus ... will es offenbar nicht. Sonst würde ich es tun. Das ist n echter Schlamassel (schreibt man das so? O.o), ich sag euch das. Ich kapiers einfach selbst nicht.
Klar hab ich Ansätze, die das erklären könnten. So ein bisschen wie mit der Verbindlichkeit in Beziehungen eben. Also dass ich mich auf nix einlassen kann, weil ich nicht verletzt werden will. Und wie gesagt dazu noch die Tatsache, dass das Zusammensein mit Menschen sehr oft sehr anstrengend ist. Aber da weiß ich auch nicht, ob ich mich damit nicht nur herausrede.
Ich hab schon überlegt, ob es dafür einen Begriff gibt. Ob es andere Menschen gibt, die auch so sind und die vielleicht Worte dafür haben. (An dieser Stelle kommen mir die Tränen. Offenbar ist "verstanden werden" in diesem Zusammenhang eines der wichtigsten Dinge, sowohl von anderen als auch von mir selbst). Ich kenne nur den Begriff der Sozialphobie, aber so würde ich mich nicht beschreiben. Ich weiß es also einfach nicht.

Ich komme an dieser Stelle zu dem Schluss, dass ich mich scheinbar die letzten Jahre hinter meiner Introversion versteckt habe. Jetzt, nachdem ich diesen Beitrag so verfasst habe, ist mir das einfach klar. (Das war zu Anfang des Posts nicht geplant, aber ich lasse die Überschrift mal so stehen.) Die Introversion gehört zu mir und manchmal hadere ich mit ihr, aber der wirkliche Knackpunkt ist ein anderer. Und daran werde ich wohl noch eine Weile rätseln. Dran bleiben will ich auf jeden Fall, denn das Thema ist groß und das schon lange. Ich habe es nur erfolgreich verdrängt. Die Verbindung zu anderen Menschen wird in der nächsten Zeit also einen ganz besonderen Raum in meinem Leben einnehmen, das nehme ich mir hiermit vor. An dieser Stelle dürft ihr die Überschrift gedanklich in "#20 (Re)Connecting." umbenennen. Eine Fortsetzung hierzu wird definitiv folgen, wenn ich mehr weiß und/oder ausprobiert habe. Für Input jeglicher Form bin ihc natürlich offen, ich freue mich sehr über Kommentare. Vielleicht seht ihr ja mehr als ich. Ich danke euch jedenfalls fürs Lesen. Habt einen schönen Abend!


P.s. Diesen Beitrag zu schreiben, hat richtig viel Kraft gekostet. Und es macht mir auch ein bisschen Angst, ihn zu veröffentlichen, denn ich weiß, dass es Hater gibt und ich weiß, dass einzelne Personen sich die Hände reiben, wenn ich mich so verletzlich mache. Aber ich bin so. Das da, was da oben steht, das bin ich. Und auch wenn das traurig und überemotional und für manche vielleicht abstoßend klingen mag, was ich da so aus dem Herzen heraus geschrieben habe, bin ich damit doch ziemlich weit gekommen in meinem Leben und das kann mir auch kein blöder Hater nehmen. Also bitte, ihr geistig Armen, die ihr nichts anderes zu tun habt, als auf Menschen rumzuhacken, die offen von sich sprechen: Sucht euch ein anderes Hobby! Bei mir gibts jedenfalls nicht viel zu holen. Das wollte ich schon lange mal sagen, jetzt war ein guter Zeitpunkt.

Kommentare:

  1. Trotz dieser Introvertiertheit, machst Du Dich scheinbar stark abhängig von der Meinung anderer. Ich finde, dass man eine Menge mehr Kraft braucht Probleme und Fehler anzusprechen, als nur eine Maske der Perfektion zu tragen. Jeder hat Momente der Einsamkeit und nach meiner Erfahrung damit hängt das weder von der Quantität noch der Qualität der Freunde oder gar Beziehungen ab. Es ist einfach ein Bedürfnis nach Aufmerksamkeit zur richtigen Zeit. Wenn ich krank bin ist mein Wunsch nach Aufmerksamkeit stark alternierend und besonders eine neue Wohnung kann ein solches Gefühl verstärken, da einem da die Vertrautheit fehlt... was kann man also machen? Entweder Du trittst aus dem Schatten und bittest um Hilfe oder lenkst Dich in solchen Momenten so gut es geht ab. Darin bin ich so gut geworden, dass ich oft glaube niemanden zu brauchen. Im tiefsten Innern weiß ich aber das ist falsch!
    LG
    RiP ^^

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    1. Ja und Nein. Irgendwie Jein. Abhängigkeit ist ein großes Thema bei mir, das weiß ich ja schon länger. Zumindest bin ich soweit gekommen, mich nicht mehr an eine einzelne Person zu ketten. Aber dennoch ... ja, ich suche noch zu oft im "außen" nach Lösungen für meine Probleme. Da bin ich noch in den Kinderschuhen, das Problem ist mir aber bewusst.

      Um Hilfe/Zuneigung/wasauchimmer zu bitten, ist noch so ein Problem. Ich weiß nicht, wo ich das gelernt habe, aber irgendwie bin ich offenbar mal auf den Trichter gekommen, dass die Aufmerksamkeit von außen kommen muss und wenn sie nicht von selbst kommt, dann "bin ichs halt offenbar nicht wert". Wie gesagt, ich weiß nicht was das soll, aber es ist da. "Bitte sagen" kommt allerdings fett mit auf die Liste, gleich unter "Verbindungen herstellen". Danke für diesen Input <3!

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  2. hm, ich erkenne mich in dem Text sehr wieder. Aber lass dir sagen, dass du es wert bist.
    Wir haben uns ja auch aus den Augen verloren, dennoch empfinde ich da immernoch eine Freundschaft.
    So oft wollt ich dich anschreiben, und hab es dann doch gelassen, weil ich Angst vor der Reaktion habe. Ich vermisse dich an manchen Tagen sehr, aber so lang ich dich micht anschreibe, kannst du nich abweisend reagieren. Ich kann es also "Schrödingers Freundschaft" nennen. Hihi.

    Und, ich finde Zusammensein mit anderen auch oft sehr anstrengend. Aber sag mal jemandem. Der verzieht das Gesicht, nimmt es persönlich und geht.Ehrlich zu sein ist da echt nicht leicht.

    Ich muss immer lächeln, wenn ich an unsere Freundschaft denke. War eine sehr schöne Zeit.

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    1. Ich hoffe sehr, dass es dich weder böse noch traurig macht, wenn ich sage, dass ich nicht mit absoluter Sicherheit sagen kann wer du bist. Ich fürchte, das liegt daran, dass es mehrere Menschen in meinem Leben gibt, zu denen diese Worte passen würden. (Ob das gut oder schlecht ist, das vermag ich nicht zu sagen. Es hat wohl gute und schlechte Seiten.) Ich habe aber zumindest eine Ahnung wer du sein könntest.
      Was ich allerdings mit absoluter Sicherheit sagen kann, ist dass mich deine Worte sehr berührt haben. Wenn du es immer noch irgendwie möchtest, dann würde ich mich freuen, wenn du dich vielleicht doch traust mich anzuschreiben. In jedem Fall aber will ich dir danken. Für deine Worte und deine Zeit. Und für die Inspiration zu neuen Ideen <3!

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  3. Hallo Michi!

    Mal sehen ob ich dich ein wenig zum lächeln bringen kann :). Du schreibst ja Dinge zusammen in deinem Blog; hui. Ich dachte immer: "wow die Michi, die is ne super starke Persönlichkeit und als Mensch mindestens genauso stark und ziemlich Souverän". Es ist immer wieder interessant zu sehen wie Menschen so sind im inneren, was natürlich oft radikal anders ist, als der Blick von außen.

    Ich hatte schon beim letzten Blog Beitrag das Gefühl das der Block hier wie eine Art Hilferuf ist und mit diesem Beitrag hier, bin ich mir dessen sicher.

    Jeder tut es eben auf andere Weise, sich Hilfe zu suchen und du wählst interessanter Weise eine Plattform wo du sehr viele erreichst aber niemanden gezielt ansprichst und obwohl man es so sehen kann das du einen Schritt voraus machst, indem du dein Herz nach außen kehrst in der Öffentlichkeit, so sind es am ende doch wir die mit unseren Kommentaren mit dir Kontakt aufnehmen müssen, was ganz deiner oben erklärten Verhaltensweise entspricht. Nur falls dir das nicht bewusst war ^^. Ich finde das aber nicht schlimm :). Man sollte akzeptieren können wer man ist und was man "gerne" tut. Wenn dies deine Art der Kommunikation ist, dann sei's drum wenns dich glücklich macht. Tut es dies nicht, dann klar, musst du was ändern.

    Was das Zitat von dir hier angeht:
    "Um Hilfe/Zuneigung/wasauchimmer zu bitten, ist noch so ein Problem. Ich weiß nicht, wo ich das gelernt habe, aber irgendwie bin ich offenbar mal auf den Trichter gekommen, dass die Aufmerksamkeit von außen kommen muss und wenn sie nicht von selbst kommt, dann 'bin ichs halt offenbar nicht wert'"

    So kann ich dir sagen, das ich das sehr sehr gut verstehe, anhand meiner Vergangenheit. So zu leben hat mir VERDAMMT viel weh getan und auf diesem Pfad fand ich nichts weiter als selbst gewählte Einsamkeit und Schmerz der niemals heilt. Aber mal umgekehrt gesehen...... Wenn die Aufmerksamkeit von Anderen kommen muss und du dich sonst nicht mit denen abgibst, weil du denkst das du es nicht Wert bist..... dann bedeutet das zwangsläufig das du dich ebenfalls nicht mit denen von dir aus abgibst weil du denkst das die es nicht wert sind das du dich mit denen abgibst, sofern die Andern denken wie du :). Du bist also genau das selbe was du hasst :). Die einzige Möglichkeit daraus ist, selber den Schritt nach vorne zu machen, anderen Aufmerksamkeit von selbst zu schenken, dann tuen sie dir das selbe :). (Jedenfalls is das der Zweite Grund warum ich das hier überhaupt schreibe; neben: "Hey Michi is cool, ich mag sie, ich will ihr helfen wenn ich kann" ).

    Ich würde gerne mal mit dir über Einsamkeit und diesen Aufmerksamkeitsschema reden wenn du magst, dazu gibts auch ne Story.

    Wenn du sie hören willst oder mal darüber quasseln willst, du weist man kann sehr gut mit mir reden :). Dann weist du wo du mich findest und ich erwarte das du mich anschreibst. Sieh es als erste Lektion zur Besserung und fühl dich nicht schlecht wenn du das nicht schaffst und wenn das 10 Jahre dauert und du dann irgendwann wieder das hier durchliest dann tu es halt eben erst dann ;).

    PS:
    Ich hoffe mit dir und Kai läufts immernoch gut :).

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    1. Liebe Samtpfote :P

      Ich würde mich immer noch als starke Persönlichkeit bezeichnen - nur bin ich das eben nicht 24/7. Man kennt - wenn man nicht gerade zusammenlebt - eben meist nur Ausschnitte aus dem Leben eines Menschen. Das, was man hier auf dem Blog zu lesen bekommt, sind ja auch nur Ausschnitte - Momentaufnahmen.

      Ich würde den Blog selbst nicht als Hilferuf bezeichnen, einzelne Beiträge wenn dann schon eher. Hilferuf klingt auch so ultra verzweifelt, das bin ich ja nicht immer. Gestern war ichs schon, ja. Heute bin ich super gut drauf und top motiviert. Wie gesagt: Momentaufnahmen.

      Ich liebe das Bloggen, ich komme nur sehr selten dazu. Wenn ich krank bin, habe ich logischerweise viel Zeit zum Denken und daraus ergibt sich Stoff fürs Bloggen. Ja, diese Art der Kommunikation finde ich toll. Ich liebe auch anonyme Kommentare und ich mag diese Art von Feedback. Natürlich ist es wieder eine Kommunikationsart mit "viel Distanz", aber wir haben ja schon festgestellt, dass ich in sowas gut bin. Allerdings ist das hier ja nicht alles, was ich bin und/oder tue. Der anonyme Kommentar eins drüber hat mich gestern so sehr bewegt, dass ich heute eine Freundin angeschrieben habe, die ich DREI Jahre nicht gesehen habe. Und dabei lebt sie in derselben Stadt wie ich.
      Was ich damit sagen will ... auf diese Art und Weise kann ich noch unglaublich viel über mich selbst lernen. Mich durch eure Augen sehen. Das ist spannend und macht mir sehr viel Spaß. Und es bewegt definitiv was.

      Zum Zitat und der "umgekehrten" Sichtweise ... Da hast du ganz sicher recht und das ist unglaublich absurd eigentlich. Ich kenne ja tatsächlich Leute, die so sind wie ich es bin. Und wenn dann keiner einen Schritt macht, sind am Ende beide alleine und keiner gewinnt was dabei. Das ist echt ein Murks, aber ich glaube, einige wissen wie sich ein Hamsterrad anfühlt.So was es für mich sehr lange Zeit. Gestern bin ich zum ersten Mal ganz bewusst ausgebrochen. Und es tut gut <3!

      Wir können gerne mal wieder reden, auch über dieses Thema. Ich finde dich ;P

      Und ja, mit Kai ist alles bestens. Das schreibe ich hier auch noch mal ausdrücklich, weil mich nach gestern auch andere danach gefragt haben: Mit meinem Freund läuft es super, keine Sorge :) Der ist eben nur - dank Fernbeziehung - weit weg und daher nicht eben mal kurzfristig zum "Trösten vor Ort" parat. Aber zu dieser Abgrenzung Beziehung - Freundschaften schreibe ich vielleicht auch irgendwann noch mal was. Wenn ich lustig bin ;)

      Vielen Dank für deinen Kommentar und die Zeit, die du dir dafür genommen hast <3!

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