Mittwoch, 30. März 2016

#17 Intuitiv Essen - Was sich getan hat.

Ich dachte mir, nachdem ich jetzt seit fast drei Monaten aus der Diätspirale ausgestiegen bin, könnte ich heute ja mal ein kleines Zwischenfazit ziehen. Also dann, wie ist es mir ergangen...

Die Wahrheit ist, das Leben ist eine Achterbahn. Und wenn es uns zu turbulent wird, wir Ängste oder Sorgen haben, wir sauer oder traurig sind, dann suchen wir uns Mittel und Wege, diese Gefühle zu mildern (oder freudige Gefühle zu verstärken). Und genau das ist es, womit man sich beim intuitiven Essen eigentlich am meisten befasst. Emotionale Esser wie ich haben im Essen also ihr Mittel der Wahl gefunden, um Gefühle zu mildern, zu dämpfen, wegzusperren, erfolgreich ignorieren zu können. Und wenn man raus möchte aus dem Essenskampf, dann bleibt nicht viel anderes übrig als sich genau diesen Gefühlen zu stellen.

An dieser Stelle möchte ich ganz klar sagen, dass mir nichts Besseres als diese Herangehensweise hätte passieren können. Es ist anstrengend, aber es lohnt sich so so so sehr! Ich habe mehr Zugang zu mir und meinen Gefühlen als jemals zuvor, ich kämpfe viel viel weniger mit mir. Und ich habe Momente, manchmal sogar Stunden oder ganze Tage, an denen ich mich wahrhaftig glücklich fühle.
Versteht mich nicht falsch, ich habe auch noch Tiefs und die sind manchmal wirklich nicht ohne. Erst gestern bin ich - nach einem wunderschönen, aber extrem anstrengenden Osterwochenende bei meiner Familie - wieder in ein solches Loch gefallen und hatte kurzzeitig mal wieder keine Ahnung, wo jetzt bitte oben und unten ist. Aber der Weg aus solchen Löchern wird einfacher, man hat mehr Hoffnung, wird zuversichtlicher ... man tut mehr für sich selbst, lernt sich besser kennen. Es lohnt sich.

Meine Beziehung zum Essen hat sich auch extrem gewandelt. Ich habe mir im Rahmen meiner Kalorien/Punktezählerei unglaublich viele Dinge verboten, weil sie einfach zu hochkalorisch waren. Mit der Zeit habe ich vor manchen Dingen regelrecht Angst entwickelt.
Mittlerweile habe ich die Angst vor den meisten Lebensmitteln verloren und die, bei denen das noch nicht geklappt hat, versuche ich nach und nach zu "entzaubern". Ziel der ganzen Sache ist, dass jedes Lebensmittel den gleichen emotionalen Stellenwert hat - sei es Schokolade oder Broccoli. Und darauf arbeite ich aktuell sehr gut hin. Natürlich esse ich manchmal noch mehr als mein Körper braucht - aber ich esse bewusster und wenn ich feststelle, dass mein Essverhalten emotionale Gründe hat, dann nehme ich das zumindest wahr, auch wenn es mir noch nicht immer gelingt, es zu entschlüsseln. Häufiger jedoch als zu Beginn definitiv. Insofern ist es auch eine spannende Reise.

Einige werden sich wahrscheinlich fragen, ob ich zugenommen habe. Schwierig zu sagen, denn ich besitze ja keine Personenwaage mehr. Meinen persönlichen Wert an Zahlen zu messen - das hab ich wirklich hinter mir gelassen. Und das, obwohl ich einer dieser logischen Menschen bin, die Zahlen lieben. Aber in diesem Fall musste das so sein. Ich bin mehr als mein Gewicht und mehr als meine Kleidergröße. Aber um mal konkret zu werden: Ja, ich glaube, ich habe zugenommen. Aber nicht besonders viel. Mein Gewicht scheint zu schwanken, denn an manchen Tagen passen die Hosen besser und an anderen sitzen sie wieder etwas knapper. Aber auch hier kann ich ein Muster erkennen: Ich wiege mehr, wenn ich zu wenig auf mich geachtet habe.
Wenn ich meine Gefühle und Bedürfnisse vernachlässige, esse ich mehr und folglich nehme ich auch zu. Und deshalb ist Zunahme für mich kein Grund mehr zur Panik und auch kein Anzeichen für Versagen, Hässlichkeit oder was einem auch immer Negatives einfallen kann. Wenn ich zugenommen habe, dann sagt mir das, dass es höchste Zeit ist, mich besser um mich zu kümmern. Und dann tue ich das auch: Ich sorge für mehr Licht und frische Luft, Bewegung und Ruhephasen, für genug Schlaf und ich sehe zu, dass ich genug Wasser trinke. Das ist die Basis. Und darüber hinaus führe ich Tagebuch wenn mich etwas emotional bewegt oder wenn ich Hunger verspüre, aber nicht sicher bin, ob dieser körperliche oder emotionale Gründe hat. Ich wäge meine Essensentscheidungen bewusst ab, versuche mich beim Essen möglichst nicht ablenken zu lassen und übe mich vor allem im Genießen. Und gerade letzteres ist eines der schönsten Dinge der Welt: Ich esse wieder gerne. 

Wenn ihr Fragen habt oder zu bestimmten Dingen mehr wissen wollt, dann immer her damit.
Hier nochmal der Link zum Buch: Intuitiv abnehmen.
Außerdem findet ihr mich jetzt auch bei Instagram: underthesummerrain
Über Anmerkungen, Fragen und Feedback freue ich mich immer <3 Feel free to answer.

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